Gymnastizieren statt Dressieren
Vita

  

Ralf Döringshoff

 

 Jahrgang 1971 in  Rinteln geboren

 

wurde am Nds. Landgestüt Celle zum Pferdewirt ausgebildet.

 

Nach fast 10jähriger Tätigkeit in diesem Betrieb, namentlich in der Hengstprüfungsanstalt, führte mich mein Weg von einer Selbstständigkeit mit einem Ponyhof für Ferienkinder in einige überregional bekannte und teilweise international agierende Dressurställe.

Erschreckend viele Pferde ließen hier das tolle Reitgefühl von den Celler Hengsten vermissen.

 

Mit entsprechenden Fragen im Hinterkopf nahm ich eine Assistentenstelle in der Tierarztpraxis von Dr.med.vet. Gerd Brunken, Verden an. In der 2jährigen Tätigkeit war ich unter anderem für das Röntgen der Auktionspferde zuständig, was die bereits bei Dr.med.vet. Helmut Ende, Isernhagen als Messeadjutant gewonnen „Einblicke“ ins Pferd vertiefte.

 

Deutlich intensiviert wurden die Kenntnisse der Pferdeanatomie und ihrer Zusammenhänge von Barbara Welter-Böller in ihrer Fachschule für Osteopathie und Physiotherapie.

 

Seit meiner Ausbildung zum Pferdewirt beschäftige ich mich auch in meiner Freizeit intensiv mit den Trainingsvorbereitungen und dem Training gerade von jungen Sportpferden.

Meine Vorträge und Dokumentationen sind das Ergebnis von 20 Jahren Beobachten, Erfahren und Lernen. Meine tägliche Arbeit mit den Pferden ist von dieser Kombination geprägt.

 

So ahne ich heute, warum ich so große Unterschiede zwischen den Pferden im Landgestüt und den Pferden in vielen Turnierställen gefühlt habe. Im Landgestüt wurde großer Wert auf die Grundgangarten, deren Taktreinheit und Raumgriffverbesserung gelegt. Das ist ja ein wichtiges Auswahlkriterium für die Züchter. Darum durften diese auch unter der reiterlichen Weiterentwicklung der Pferde nicht leiden. So habe ich es von meinen Ausbildern Herrn HSM Manfred Lopp und Herrn OSM Bodo Bielmann gelernt.

In den Turnierställen ging es um Lektionen, eine zwischenzeitliche Überprüfung der Grundgangarten fand nur „am Rande“ oder gar nicht statt. Die daraus resultierende Übersäuerung der Muskulatur, oft unterstützt durch eine falsche Fütterung (viel Kraftfutter für Kraft und nicht genügend Heu, damit die Pferde nicht so dick werden!!!!) machen wohl den deutlichen Unterschied aus. Der oft in den Turnierställen gehörte Satz: „Das Pferd muss das jetzt mal lernen“ , die entsprechende Trainingsmentalität und Intensität sind in meinen Augen falsch, weit weg von der Idee der klassischen Reitlehre und den ethischen Grundsätzen. Darum bin ich der Meinung, es ist besser, das Pferd zu gymnastizieren, zu entwickeln, statt ihm etwas beizubringen, es zu dressieren.

 

Abschlüsse:

 

Besamungstechniker für Pferde                     1993

Pferdewirtschaftsmeister Zucht+Haltung     1996   

Trainer Leistungssport   (mit Lütke-Westhues-Auszeichnung)   2008        

Osteopath und Physiotherapeut f. Pferde n. Welter-Böller 2009

 

 

 

 

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