Gymnastizieren statt Dressieren
Philosophie

 Gymnastizieren statt Dressieren

ist meine Interpretation der klassischen Reitlehre, die zum Ziel hat, Pferde mit möglichst geringem Verschleiß auf möglichst hohes Leistungsniveau zu bringen.                 

Der Losgelassenheit als Ausdruck unverkrampfter und damit natürlicher Dynamik kommt hier elementare Bedeutung zu. Nur aus dieser natürlichen und damit nicht verbrauchenden Bewegung lässt sich langfristig Leistungssteigerung erreichen.  

 

 

Seit weit über 2000 Jahren ist das Pferd nun im Dienste des Menschen. Der Mensch war in diesem ganzen Zeitraum - noch nie - so aufgeklärt und so informiert über die Funktion des Pferdekörpers wie heute. Was aber den Menschen heutzutage mit am meisten beschäftigt ist die Regeneration der Folgen von Überforderung dieses Körpers.

 

Aus Sicht der Pferde sicherlich eine tragische Tatsache!

 

Die größer werdende Zahl an Ausbildungsstätten für Pferdetherapeuten erfreut sich an ausgebuchten Seminaren, die Veterinärmedizin forscht intensiv an den Möglichkeiten zur Regeneration des passiven Bewegungsapparates des Pferdes,

 

Was hat den wachsenden Markt für therapeutische Maßnahmen jeglicher Art geschaffen?

Es ist vor allem die Trainingsmentalität, die aus meiner Beobachtung und Erfahrung sehr oft ausgerichtet ist auf schnelle Vermarktung, auf ein schnelles Zeigen der max. Möglichkeiten des jungen Pferdes.

Die Spitzenleistungen einzelner, stark vorselektierter Tiere gelten als Maßstab für alle anderen.

 

An dieser Stelle wird das Training der jungen Pferde zur Selektion.

 

Ein Training ausgerichtet auf den Körper des Pferdes fehlt, stattdessen wird sich orientiert an den Leistungen der Eltern oder älteren Geschwister, ohne Rücksicht auf das Pferd selbst.  

Auch die Formulierung „das Pferd muss lernen“ lädt ein zur Überforderung des Körpers, da vorrangig Augenmerk auf das Gelingen der Anforderungen gelegt wird, aber nicht auf die Überforderungssymptomatiken des Körpers, die im Idealfall das Ende der Trainingseinheit bedeuten.

Heutzutage scheint Spitzensport ohne therapeutische Maßnahmen undenkbar. Solarium, Magnetfelddecke, Laserdusche etc. sowie manuell arbeitende Therapeuten gehören inzwischen zur Grundausstattung von Sportpferdeställen. Pferdekliniken spezialisieren sich auf die Reha von Sportpferden, oft speziell auf die Strukturen des passiven Bewegungsapparates. In kaum einem anderen Segment gibt es soviel Forscherdrang wie bei der Regeneration von Sehnen- und Knorpelschäden.

Sicherlich eine Folge des häufig zu schnellen und damit überfordernden Trainings.

 

Aber die sportlichen Höchstleistungen wurden auch schon vor vielen 100 Jahren erritten, ohne therapeutische Möglichkeiten, ohne bildgebende Verfahren, die Lahmheitsursachen genau darstellen und gezielte Therapien einleiten können.

 

Was hat man anders gemacht?

Man hat auf den Körper des Pferdes „gehört“. Man hat Veränderungen des Körpers und des Verhaltens wahr genommen und sehr ernst genommen. Man ist nicht, wie heute gerne formuliert  –über den Schmerz hinweg-  geritten!

 

Die Zucht hat gerade in den letzten Jahren zunehmend hochtalentierte Pferde für die einzelnen Disziplinen hervorgebracht, eines hat sie aber bestimmt nicht geändert: Die Funktion des Pferdekörpers und die Tatsache, dass ein lebender Organismus den Anforderungen

-im wahrsten Sinne des Wortes-

gewachsen sein muss.

 

Ein System, das dieser Tatsache Rechnung trägt und das Pferd individuell zu fördern weiß, bewährt und anerkannt, ist die klass. Reitlehre. Entstanden in einer Zeit, in der Pferde auch ohne therapeutische und medizinische Maßnahmen auf Hochleistung trainiert werden konnten.

 

Meine fundierten Kenntnisse über den Pferdekörper und seiner Funktion in Kombination mit meinen Erfahrungen als Bereiter und Trainer spiegeln die Umsetzung der klassischen Reitlehre wieder.

 

Wenn Lektionen nicht gelingen oder Leistungsforderungen nicht erfüllt werden wird dies oft dem Unwillen des Pferdes zugeschrieben.

 

Unwillige Pferde, die jeden Tag aufs Neue dem Reiter brav in die Reithalle folgen und ihn aufsitzen lassen?

 

Ich denke, den Unwillen des Pferdes würden wir Menschen zu spüren kriegen lange bevor wir uns auf das Tier setzen.

Nach meiner Meinung und Erfahrung liegt die Ursache des „nicht Wollen“ des Pferdes im „nicht Können“ des Pferdekörpers.

Dieses „nicht Können“ ursächlich aufzuspüren und zu behandeln ist meine Aufgabe als osteopathischer Pferdetherapeut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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