Gymnastizieren statt Dressieren
Liebe FN

 

Mit der Veröffentlichung des nachstehenden Briefes an die FN vom  12.10. 2012 möchte ich die FN nicht an den Pranger stellen, sondern viele Gleichgesinnte aufrufen, sich neben die FN zu stellen um ihr Mut zu machen; Mut, sich in der Öffentlichkeit (und für die Öffentlichkeit auch nachvollziehbar) klar zu positionieren gegen die Abweichungen von der klassischen Reitlehre und ihren Grundsätzen.

 

Zum Brief an die FN klicken Sie hier

 

Nachstehend die Antwort der FN durch Herrn Kaspareit:

 

Sehr geehrter Herr Döringshoff,

 

zunächst entschuldige ich mich vielmals im Namen der FN dafür, dass Sie auf Ihr erstes Schreiben bis heute keine Rückmeldung bekommen haben!

Weil keine Abteilung unseres Hauses konkret angesprochen war , ist der Vorgang leider eine Weile durch das Haus gegangen und schließlich in einer Zeit bei mir als Verantwortlicher für die Ausbildung gelandet,

als ich in den letzten Zügen der Fertigstellung und Vorstellung der neuen Richtlinien für Reiten und Fahren Band 1 stand. Ich danke Ihnen für Ihre Erinnerung kurz vor Weihnachten.

Ich hatte Ihren Brief mehrfach in der Hand und wollte ihn immer in Ruhe beantworten, die ich dann leider nicht fand.

Die Antwort fällt deshalb ein wenig schwer, weil Sie uns eine interessante Sichtweise vor Augen führen, ohne jedoch konkret zu werden.

Ich möchte dennoch versuchen zumindest teilweise Lösungsansätze aufzuzeigen:

Wir haben mit den neuen Richtlinien Band 1, wie Sie richtig erwähnen , erneut unser Bekenntnis zu den Grundsätzen der klassischen Reitlehre untermauert. Das ist gerade in der heutigen Zeit wichtig.

Wir wissen jedoch auch, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht nur bei prominenten Reitern manchmal "auseinanderdriften", sondern bei jedem einzelnen Reiter jeden Tag mal mehr und mal weniger.

Aber das wissen Sie als Praktiker selbst sehr gut.

Leider fallen auch Richterurteile nicht immer ganz stringent nach den klassischen Grundsätzen aus. Das werden wir ein Stück weit akzeptieren müssen, so lange diese von Menschen gefällt werden.

Ich bin Ihnen aber wirklich dankbar, dass Sie uns Mut machen, uns klarer, eindeutiger und konsequenter zu positionieren.

Wir arbeiten intensiv daran, es ist leider nur ein mühsamer Prozeß in einem Verband, in dem viele Interessengruppen ein Mitspracherecht haben, mit denen wir einen Konsens erreichen müssen.

Der internationale Sport hat sich eine Zeit lang weiter von der klassischen Reitlehre entfernt, als es uns lieb ist.

Die Ergebnisse des Dressursports der Olympischen Spiele von London sprechen dafür, dass sich langfristig doch richtiges Reiten durchsetzt. Das sollte uns zuversichtlich stimmen.

Wir haben einen Abstimmungsprozeß mit vielen wichtigen Persönlichkeiten eingeleitet, in dem wir uns noch im Januar treffen und über die Dinge reden werden,

die Sie umschreiben. Sie verwenden den Begriff Harmonie, der eigentlich alles zum Ausdruck bringt was wir wollen.

Im Training - wie auch in fast jeder Beziehung - wird es aber auch immer wieder mal Situationen geben, die nicht mehr ganz harmonisch sind.

Und  wir brauchen klarere Positionen zu dem, was wir im Sinne des Pferdes und des Pferdesports noch bereit sind, zu akzeptieren und was nicht mehr.

Klar muss werden, dass agressives, gegen das Pferd gerichtetes Reiten  nicht akzeptabel ist.

 

Ich hoffe, dass Sie uns auf diesem Weg auf Ihre Weise und in Ihrem Umfeld unterstützen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Thies Kaspareit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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